Schlagwörter

, , , , , ,

Auch im Februar, diesem Pangasiusfilet mit Pferdefleisch unter den Monaten, strömten die Publikumsmassen trotz eisiger Kälte und unsagbaren Neuschneeemengen in Schwärmen in die eigens dafür bereitgestellte Bäckerei – es sei allen an dieseJpegr Stelle dafür noch einmal herzlich gedankt – und so wurde es ein weiterer denkwürdiger Slamabend mit 6 Slammerinnen und Slammern (und ebensovielen, die krankheits- oder sonstwie verhinderungsbedingt kurzfristig nur mehr mit Absenz glänzen konnten), durch den sich wie so oft völlig unabgesprochen und zufällig sowie dennoch gespensterhaft zwingend ein Generalthema zug, die Fährnisse und Glücksborne des Zwischenmenschlichen nämlich.

Um eben diese kreiste schon Martin Fritz‚ (seines Zeichens Moderatorensurrogat für den in Usbekistan weilenden Markus Köhle und Verfasser dieses Nachberichts) Opferlamm-Beitrag, ein Loblied der Schneefräse, und wo sonst zwischenmenschelt es denn mehr, als eben beim Schneefräsen.

Käthl eröffnete darauf quasi logischerweise thematisch fortführend den die slammer_innen auf der bühneBewerb mit einem Vibratorenlaut- und wie ich finde -lobgedicht sowie Verbesserungsvorschlägen zu als zu kunststofflich empfundenen Liebesschwüren und -diensten: Hinhören und Zehn-Gänge-Menü, so wird es offenbar gemacht. Concerto Crystall, aus dem Weinviertel angereist, berichtete hingegen in der Zunge seiner Heimat vom Auf und Ab des Glücks und Pechs (wofür er das erste Magic-Moments-Aaah des Abends einbenjiheimste), wie es eben oftamal so kommt und indem sich unter anderem bereits als potentielle Lebensabschnittspartnerinnen anvisierte Dirndln dann doch als Fahrscheinkontrolleurinnen herausstellen, man kennt das ja leider. Benji aus der Stahlstadt hingegen machte aus der Beobachtung, dass Parlamentsdebatten und pornographische Filmchen an Sinn beinahe deckungsgleich gefüllt sind wie seiner Stimmenimitationsfähigkeit einen modernen Klassikertext des zotigen Wortspiels, während Stefan Abermann (übrigens der beste Jingle-Einspieler-Ersatz-DJ aller Zeiten) von Busenneid berichtete, der säuglingssittende und dadurch wahnsinnig werdende Jungväter angeblich zu überkommen pflegt – es blieb also thematisch einschlägig. Das sollte sich auch nicht ändern, als mit Plotz Almighty ein workshopgestählter Newcomer die Bühne erklomm und auf die Zeit der mayainduzierten Weltuntergangshysterie zurückblickte, sich frug, was von der Menschheit bleiben solle und würde, eher wenig nämlich und vom Untergang der Menschheit und einzelnen Menschen ist ja nun nicht weit zum Zwischenmenschlichen, das wieder direkt im Zentrum von Hannes Blaymayers die erste Runde beschließenden Text stand, der in, nunja, „schönstem“ Stronach-Deutsch gehalten aus der Perspektive einer Kartoffel, die eben so zu reden pflegt, die menschlichen Werte und Defizite erklärte.

Von diesem Beiträgen qualifizierten sich vier für das große Finale, das denkbar knapp ausging und in dem sich schlussendlichder sieger des bps im feber: concerto crystall Concerto Crystall mit einer rhythmisierten Philippika gegen promovierte gstudierte Großmäuler den Sieg sicherte und somit Benjis Drogenkasperltheater, Stefan Abermanns 10 Verwendungsvorschläge für Ponys und Hannes Blaymayers Hommage an den Open-Source-Abermann ex aequo auf den zweiten Platz verwies. Dies tat der Freude keinen Abbruch, ein Prall gefülltes Spendensackerl und die trinkbare Siegestrophäe versüßtem den würdigen Sieger wie den ihn umstehenden Fans und Freaks den Fortlauf des Abends und die darauf folgenden Groß- und Schandtaten, über die sich hier in diesem Nachbericht sanft ein Mäntelchen des zufrieden wissenden Schweigens hüllt.

Bleibt nur noch darauf hinzuweisen, dass nach dem Slam auch vor dem Slam ist und unter der Ägide Abermanns am 29. März 2013 wieder in der Bäckerei um die Gunst des dazu hoffentlich wieder so zahlreich und gut gelaunt erscheinenden Publikums gerittert werden wird.

Advertisements