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Schon schön, dass an einem Karfreitag niemand zu Kreuze kriecht, aber sich dermaßen viele in die Bäckerei begeben, um dem März BPS beizuwohnen, dass wir auch diesmal bereits um dreiviertel Acht voll waren und leider viele Menschen nach Hause oder sontwohin schicken mussten. Tut uns leid, kommt bitte wieder!

Die Fastenzeit war lang und wurde wohl von einigen auch tatsächlich genutzt für einen Körperfrühjahrsputz. Nicht dass man das gerochen hätte, nur der Anfangsapplaus war schon etwas schwach. Aber das besserte sich schnell, denn Noemi mit der Nummer 1 hatte auch gleich was thematisch Passendes zu verkünden, dass es um Fasten- und Prüfungszeit ging und das Stichwort Mojito lautete, fand ich schön.

Moritz

Ines Strohmaier machte sich 3-Uhr-Nachts-Gedanken über die Generation Z und sparte dabei nicht mit genereller Gesellschaftskritik. Das Publikum mochte das und wählte Schokolade und nicht Schönheitsschlaf als Stichwort, wofür es wiederum Schokolade gab.

Stefan Abermanns Schokolade war der Leberkäs, die Egalität zum Essen, eine Speise, in der alles drinn ist, ein Text, der mehr als ein Linz Diss ist.
Thomas trat zum ersten Mal an, versprach, sich zu bessern und riet: Nutze den Tag, bevor es ist zu spat. Das Publikum fasste mit „Kellerleben“ zusammen.

Sandra

Käthl berichtete von ihrem monatlichen Uterus-Aua, von PMS-Weinerlichkeit und dem hungrigen Menstruations-Hulk. Das tat weh und traf tropfend. Das Publikum schleckte vor Ergriffenheit und zur Schmerzmilderung eine „Amazonaskröte“. Moritz wiederum war ein weiterer Neuling und hatte ein patentes Rezept gegen alles: Kratzen heilen oder doch Katzen heilen? Jedenfalls wusste er, dass das Leben nur dreierlei ist uns befahl der Hybris, die Schnauze zu halten.

Toni

Leo lieferte daraufhin sanfte Entschleunigung mit seinem der Deutschen Bahn gewidmeten Transportmittelgedicht, das in der Zeit blieb, was die bedichtete Bahn wiederum niemals schafft. Süß, wie der Duft in den Waggons, wenn die Klimaanlage nicht funktioniert.

Tim entfachte eine Zukunftsflamme, riet, den Blick über den persönlichen Tellerrand zu wagen und hat mit seinem ersten Poetry Slam Auftritt eine lupenreine Schwellenüberschreitung hingelegt.

Ines Strohmaier

Sandra überschritt auch eine Schwelle, sie zog ein Haus weiter, zu Oma und Opa, die ein sehr geräuschintensives Leben führen, diverse Altersproblemchen haben und gerne nächtens im Stechschritt holzpantoffelbeschuht durch die Wohnung schreiten. Toni wiederum fasste 30 Jahre Leben in 10 Sätze und klagte über das Älterwerden. Im Leben eine 0-Match-Tinder-Strategie auf der Bühne die Höchstwertung – auch eine Gerechtigkeit!

Noemi

Benedikt überraschte mit krassem Ende und erklärendem Epilog und ließ im Text Generationen clashen, das passte wunderbar zum Abend, an dem doch sehr viele ihr Alter thematisierten. Eine allgemeingültige Hippster-Definition lieferte er auch. Und zu guter Letzt – mit der Nummer 12 – wurde dann auch noch Sevi (35) sentimental, da ging es ums Prinzenrolle-Kekse-Teilen im Pausenhof, um vermeintliche Schamhaarrasurvorteile und um tief sitzende Papa-Komplexe, was in Summe knapp nicht fürs Finale reichte: Ines, Stefan, Sandra und Toni weiter.

Im Finale rief Ines (16) zum Handeln auf, Stefan erzählte von seinem inneren Kickl, Sandra von blönden RTL-Tussies und Toni baute mit der Ich-hatte-nur-einen-Text-dabei-und-hab-das-jetzt-schnell-in-der-Pause-geschrieben auf den Sympathiebonus. Er war der, der Zeit gewinnen musste und schließlich – gemeinsam mit Sandra – gewinnen konnte. Das heißt: Platz 3 ex aequo für Ines Strohmaier und Stefan Abermann und die Sieger_innen des Abends: Sandra & Toni.

Käthl

Es wurde brav gespendet. Irgendwer warf einen Toyota-Autoschlüssel ein, ob der Wagen gefunden wurde, weiß ich noch nicht. Es wurde gefeiert und getanzt. DJ Martin Fritz tat bis Mitternacht vorbildlichen Dienst. Dann wurde gemeinsam nicht nur das Fasten gebrochen und weiter gezogen.

Schön war’s, meint euer Papa Slam
Markus Köhle

 

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