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Innsbruck voller Radlerinnen und Radler. Innsbruck voller Absperrgitter. Innsbruck aber auch voll Slam Fans. BPS Saisonstart eine Woche vor Semesterbeginn und es scheint so, als ob alle froh wären, dass endlich alles wieder losgeht.

DSC08170Publikum wie immer pünktlich und treu – vielen Dank! Carmen, Käthl und Martin sorgen für einen schnellen Einlass. Rainer macht den semistrengen Türsteher mit Ironman-T-Shirt. Käthl sorgt für Musik, das Bäckerei-Bar-Team dafür, dass alle gut versorgt sind. Da hat Papa Slam Markus Köhle leicht moderieren.
11 Poetinnen und Poeten meldeten sich an, da muss er schnell oder weniger reden, circa 50 sind zum ersten Mal auf einem Poetry Slam, da muss dann doch kurz erklärt werden, was bevorsteht, bevor’s dann mit Startnummer 1 und Benedikt Hoffmann losgeht. Der tischte eine ranzige Schweinshaxen-Weisheit auf, dazwischen machte es Tatütata und Luftballon wurde als Stichwort notiert und mit einer Mini-Blaschke-Kokoskuppel honoriert.
DSC08112Ramona erklärte uns dann, worum es wirklich geht im Leben und zwar anhand einer Top7-Liste in Youtube-Clip-Form. Voll close sein, sich eine echt geile Schwäche zulegen und dann natürlich Publikums-Filter und Punk-Filter und und und liken nicht vergessen. Käthl machte auf Moidl, der’s den Vogl rausgehaut hatte – Guggug! Sie beschwörte Frau Gott im Himmel: Bitte passiert nix! Und offenbarte ihr generelles Credo: Fragen kostet nix (Reden hingegen schon). Und dann waren da natürlich auch noch all die Stressmomente, die ihr zusetzten.

dsc08102.jpgStefan Abermann verwandelte die Bäckerei in einen Bienenstock. Es wurde gesummt und geähmt, es wurde ein harmonisches Grund- und ein quäkendes Störgeräusch gemacht. Eine Grundkulisse, um sodann von Konzentration und Ablenkung zu reden. Das klappte hervorragend und die erste Welle des Abends war fällig. Auf dieser wurde dann Slam-Neuling Niklas herangetragen. Denn der berichtete von seinem Hang zum Meer, gab sich als Seebär und verließ den sicheren Heimathafen, um in See, ins Leben zu stechen.
Sandra Tilg DSC08081wiederum verschrieb sich ganz der Analyse einer Hochzeitsgesellschaft: vom Grapscher, über den Clown bis zum Maultier – alle vorhanden und die Creep schreibt mit.
Leo nahm uns hingegen mit in den Zug und auf eine kleine Reise bis zur Endstation. Da ging’s ums An- und Wegschauen, um richtige und lose Blicke und um einen leeren Sitzplatz mit dem Namen Einsamkeit – berührend. Susi Kra debütierte mit der schönen Stichwortkombination: Bsuf-Jokel-Metrik. Sie nahm uns mit in ihr Sprachlaboratorium, in dem auf Ausdruck, Satzbau und Wortwahl geachtet wird und es pardauzte und saperlottete.
Silke Gruber wiederum versetzte uns in den Sandstrand von Rimini. Es verschlug ihr ob des Wahnsinns dort die Sprache, sie log kurz auf ihrer Liege, schlopp Autos ab und töpfte Kinder (oder so). Definitiv ein schönstes Ferienerlebnis.
dsc08101.jpgSophie entwarf eine Rollenklischee Abbaustrategie für Frauen und Männer, beharrte auf gelegentliches Gammelrecht und forderte, Erwartungen abzulegen und andere erste Schritte zu wagen. Und wieder wellte es durch die Bäckerei. Der Gast aus Wien: Katharina Wenty schließlich beleuchtete eine Nacht, durchzogen von Herzschlägen und verwoben durch Schicksale. Sie richtete den Scheinwerfer auf Julia, Philipp, Linda und und und auf schlagende Väter, Bettnässer und und und und löste eine erneute Welle der Begeisterung aus: Höchstwertung!

DSC08111Ramona, Sophie, Katharina und Stefan im Finale. Machen wir es kurz.
Sophie: Halte ein, du tapferer Ritter, ich bin deiner nicht würdig, du subtil duftender Hund, du g’schissener.
Katharina: Globaler Klick-Voyeurismus von tibetanischem Mönch bis zu erstickender Taube.
Stefan: Fortschritt durch Kickl-Translate und Friedensspaziergänge mit fröhlicher Marschgesellschaft.
Ramona: Du hast den Bereich des Sich-Ergänzens verlassen – oder ich. Die Jury wurde entlastet, ein Ergebnis ausgeklatscht.
dsc08133.jpgRamona Pohn und Sophie teilten sich Platz 3 (und durften sich was aus den Slam-Sackerln holen, während Stefan und Katharina ehrlich ergriffen der Dinge harren).
Stefan „Kicklrock“ Abermann wird schließlich zweiter und
Katharina Wenty gewinnt den September-BPS, wuchtet das Siegerin-Bier in die Höhe und strahlt,
wie man auf den Fotos von Martin Fritz (Danke!) sehen kann.

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