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Um 19 Uhr 20 ausverkauft! Das ist neuer Rekord. Sorry, dass wir 100 Menschen heim schicken mussten, aber voll ist voll und voll war gut für alles. 10 Poetinnen und Poeten. Nationalfeiertag und gleichzeitig Ö-Slam in Klagenfurt. Eine große Abordnung von Slammerinnen und Slammern aus Innsbruck ebendort (und sehr erfolgreich: Käthl, Emil Kaschka und Stefan Abermann ins Finale durchmarschiert), Herbstferien und ein allerletzter wunderschöner Herbsttag – dennoch: Der Bäckerei Poetry Slam war the place to be. DANKE!

Wir verzichteten auf ein Opferlamm, Ramona Pohn sprang mit Nummer 1 ins bereits gut gewärmte Wasser, badete in der Menge mit einem Uteri-Text, hielt fest: Mamas mag niemand und lieferte damit ein lupenreines Anti-Muttertagsgedicht – sehr schön. Carmen legte ihren ersten Auftritt hin und lässt die Irritation auf die Konfrontation treffen, Chaoskaskaden hüpften mit Frischfroschschlüpflingen um die Wette – komm bitte wieder! Mit der Nummer 3 Bastian Vogel, er betet Materia an, will – Oh, mein Gott dieser Himmel – in eben jenen und fragt sich, wie zur Hölle er seinen Heiligenschein kriegt. Der war fern aber die Höchstwertung und einzige Welle des Abends war absolut drinn – Finaleinzug! Auch die Nummer 4 – Johannanas – war ein Slam Newbie und brach sich für uns Rippe für Rippe, denn sie kriegt nie ge-Nugat, sie gesteht ihre Schokoladesucht, kommt an und hoffentlich auch wieder!
Früher oft, in den letzten zwei Jahren aber – vermehrungsbedingt – nicht oft dabei war Hans-Peter Ganner. Man merkte ihn die große Bühnenlust an, er ließ dunkelfarbige Wolkengruppen aufziehen, die Niederanschlagsgefahr bargen, kritisierte die lethargische Klimawandelpolitik und zog ins Finale ein. Hier könnte ihr Name stehen machte ihren Beruf zum Thema, erfüllte den Bildungsauftrag und berichtete von einem ganz normalen Elternabend, der ohne Jägermeister-Winterzauber-Gesundheitstee-Mixgetränk nicht zu überstehen wäre. Ebenfalls Finaleinzug. Sandra Tilg, die Nummer 7, packte ihre Radioschmeichelstimme aus und ließ – Ko-gong – geistesgestörte Meldungen und Nachrichten auf uns los, mal überdreht, mal pseudoernst, mal mit Zeitungsenten Propa & Ganda im Verkehrsfunk – ganz schön abgedreht! Mit der Nummer 8 rollte Michael Oertl auf die Bühne, er hatte zwei Texte dabei: einen geheimen und einen streng geheimen. Er eröffnete uns, Teil der treulosen Beinbeutler zu sein, deren Credo lautet: Spürsch es rinnen – muasch nit rennen! Das war fein für alle!
Leo hatte auch etwas zu gestehen, nämlich: Ja, ich will! Leo will entdeckt, nicht verliebt werden, denn verlieben klingt nach Abnutzung und seine Telefonnummer hat er für eventuelle Anfragen in den Text eingestreut. Das war viele Ohhs und einen Finalplatz wert. Silke Gruber schließlich schloss die von Ramona Pohn aufgemachte Klammer zum Thema Mutter. Sie gab zu, eine Chuck Norris Mutter, ein doppelter Krebs mit viel Panzer und bisschen was Weichem zu sein. Eine, die sich selbst befruchtet, der Papst unter den Frauen und so soft wie Europaletten ist. Viel Liebe also im Raum und nach 90 Minuten 20 Minuten Pause!

Im Finale rief Leo dazu auf, Haltung zu zeigen und sich Scheinmoral zu sparen. Hans-Peter Ganner bewegte sich voll und ganz in der Welt der Noten, Klänge und Töne um so Systemkritik zu betreiben. Hier könnte mein Name stehen lieferte einen vollkommen kranken Text, der alle scharlachen und diaröhren machte. Und Bastian Vogel ernannte sich zum Jägermeister, brauchte Nutella für sein Ego und gab alles für 5 Minuten gute Laune.

Das Publikum fackelte nicht lange und nach einem Applausdurchgang war klar: Bastian und Hans-Peter auf Platz drei (Hans-Peter zieht ein Kinderbuch aus den gut gefüllten Slam-Beuteln, Bastian Weiße Bohnen), Leo auf Platz zwei (belohnt mit einer exotischen Frucht, die kein Zierkürbis und keine Massagegurke ist, aber im Anschluss mit Wohlwollen verzehrt wird) und die Siegerin des Abends, die eine Flasche Eierlikör (statt dem Sieger_innen-Bier, weil Feiertag und der SPAR zu) und den Schneewittchen-Slam-Beutel mit nach Hause nimmt heißt: Hier könnte mein Name stehen.

Papa Slam bedankt sich beim Bäckerei- und beim BPS-Team an Bar, Tür, Eintritt und Turntables (respektive CD-Player) – bis November

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