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Ja, das Innsbrucker Publikum hat den Slömy in der Kategorie Bestes Publikum wirklich verdient. Bereits vor 19 Uhr wird sich schön angestellt und um 19Uhr23 ist die Hütte dann voll. Einen Poetry Slam vor der angekündigten Zeit zu beginnen, ist nicht ganz gewöhnlich. Aber alle da, alle bedient, alle gut gelaunt. Es kann losgehen und geht los mit Opferlamm Elias Hirschl. Das ist ein schöner Start mit unendlich vielen Affen an unendlich vielen Schreibmaschinen. Stichwort: Star Trek. Jury geeicht. Startnummer 1: Katrin ohne H. Sie gibt ein Sozialdrama mit Vater-Tochter-Konflikt und eindringlichem Dialekt: Gänsehautmomente!
Noemi macht im Bus eine Raritätenentdeckung: ein Lesender, ein in einem Buch lesender Mensch, das ist Insta-reif!
Silke Gruber präsentiert familiär genährte Metzger-Lyrik und den passenden Wochenspeiseplan dazu. Es hämmert dumpf, dazu wird lecker Fleischsaft serviert. Ein Text, so fett wie frisch gegrillter Bauch! Yammi.
Wolfgang verschreibt sich den Weltbildern und spannt einen Bogen von Kopernikus bis AMS, von Erdumlaufbahn zu Hamsterrad. „Es gibt keine absolute Zeit“, sagt er exakt nach 5 Minuten.
Mit der Nummer 5 dann das Team Achsojawurst (Sandra und Leo). Ein Eintagsfliegen- und Legewesen-Drama inklusive Veganer-Bashing: „Du vermehrst dich nicht, du pflanzt dich fort.“ Höchstwertung und erste Welle des Abends.
Seinen ersten Auftritt in der Bäckerei absolviert Florian: Über Snap-Chat, Facebook und Insta schreibt er, der Imster. Über Mobbing und Meinung, Depression und Alkoholmissbrauch. Florian bricht eine Lanze für die Toleranz und kommt hoffentlich wieder.
Emil Kaschka reimt „lass das Mädl ziehn“ auf „Medizin“ und das funktioniert ganz prächtig. Vom Verlassenwerden und Loslassen wollen, vom Lieben und Sterben – ebenfalls Finaleinzug!
Huei nützt ihre Zeit, um ihre Musikleidenschaft zu thematisieren. A wave of energy… it’s beeing here and now… passion das Stichwort.
Martin Fritz macht was mit Büchern. Er unterstreicht nicht nur, er kommentiert, bekrümelt und kaffeebefleckt, ja, er belebt ausgeliehene Bücher und ruft aktiv dazu auf, Bücher durch den eigenen Lesartakt zu bereichern. Nächste Welle!
Janea Hansen schließlich hat auch einen Appell: Atmen Sie ruhig! Was angesichts der politischen Tolldreistigkeiten ja mehr als schwierig ist. FPÖVP Stuss aller Orten und dann auch noch dieser Pferdewahn! Und noch eine Welle und Emil, Achsojawurst, Martin und Janea im Finale.

Emil Kaschka beginnt mit Linienbus-SM-Liebesbriefen und outet sich als Hinterkopffetischisten. Martin Fritz vermutet, dass das so wohl nichts mehr wird mit diesen Kommunikationsproblemen, Queernessdefinitionen und popkulturellen Referenzen. Janea „damn bin ich cool“ Hansen hat die Nase voll vom Mansplaining und sexistischer Kackscheiße und will nicht dauernd was beweisen müssen und Achsojawurst schließlich stimmen uns auf den Advent ein, sprechen aber eigentlich über soziale Kälte, Obdachlosigkeit und einem entsprungenen Ross (Leo ist ein guter Schnauber!). In Summe war das alles sehr wertvoll und speziell. Der Slambeutel war reichhaltig gefüllt und am Ende erntet Emil den größten Applaus und gewinnt den November-BPS.

Danach schwofen, schmusen, heloen! Klassisches Afterslamprogramm. Dank an alle (auch die 4 nicht Gezogenen: Sarah, Cenet Weisz, Stefan Abermann, Alpha One – Fixstartplatz beim nächsten Mal), spezieller Dank an Carmen (Kassa, Fotos), Silke (Tür), Martin (DJ, Stempel). Schön war’s, meint Papa Slam Markus Köhle

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