Der erste BPS des neuen Jahrzehnts wurde seiner Rolle gerecht, denn es war nicht nur schön, sondern fast schon historisch. Es fing beim zahlreichen Publikum an, das so fleißig herbeiströmte, dass Moderator Abermann den Abend schon vorzeitig eröffnen konnte. Fleißig herbeigeströmt waren auch die Teilnehmenden: 12 Leute standen auf der Liste, doch wer die Innsbrucker Slamszene kennt, weiß, dass dabei keine Langeweile entsteht: Den Anfang machte Emil, der „Sinn-Lose“ verteilte und sich mit dem Schnellkurs „Zaubern für Dummies“ in die Herzen der Zuhörenden hexte. 24 Punkte – eine Ansage von Startplatz 1. Katrin ohne H heizte auf Startplatz 2 weiter ein. Es wurde gepickt und Wald rasiert, bis es heiß genug war, um alle Gletscher zu schmelzen – klimawandlungsfähige 19 Punkte. Danach kam Andi und gab sein Slamdebut, wobei wir auf Brieftauben und Dunstschwaden tief in das Herz des Assifernsehens eindrangen – dafür gab es hartz- und herzliche 16 Punkte. Gleich darauf ein weiterer Slamdebütant: Skinny D kam aus Osttirol und panierte alles in „Schweinefett“. Mit seinen Geschichten aus der Hood machte er jedenfalls ordentlich Knödel: 24 Punkte. Gast Gilbert Blechschmid setzte dann noch zwei Punkte drauf: Mit Strachelbeeren, Blue Rider und den Övengers blockbusterte er die Höchstwertung von 26 Punkten auf die Bühne.

Poeter Schrom ließ die Temperatur nicht sinken und präsentierte erst tierische Lüste von Entenstier und Entenkuh, bevor er die körperliche Erhitzung des Saunaschinkens auf den Höhepunkt brachte. Ein „Schweißleistungsverhältnis“ von 17 Punkten. Gleich darauf machte Leo die Türen zu und sperrte das Publikum in einen Escape-Room, um Farbenspiele und Umerziehungsmöglichkeiten zu diskutieren. (23 Punkte) Martin Fritz wiederum war kein Typ für Fiderallalla, jenem Wort, das es wie ein allumfassendes „Katzenkostüm“ am Ende alle anderen Worte verschlingen wird (oder so ähnlich). Dafür gab es 22 Punkte, wie sich auch gleich danach Käthl mit einem poetischen „Klogeh“-Text über große Gefühle nochmals holte.

Danach kam Bastian Vogel, oder sollte man sagen: Er geruhte die Bühne zu erfüllen. Er referierte vom Niedergang der modernen Sprache, vereinte Goethe mit Tinder und traf nicht nur mit der Faust. Das war eine weitere Höchstwertung für die „holde Maid“ und ihren Werther! Gleich darauf kam Mathilde Sommer, deren Text in eine ganz andere Richtung ging, doch nicht minder eindrücklich war: Ein Sumpf aus Liebe und Drogen in dem die Pizza als Stärkung am Ende nicht reicht. Eindringliche 21 Punkte. HierkönntemeinNamestehen beschloss dann die Runde mit einer filmreifen Geschichte, und wenn wer fragt, wer da auf der Bühne war, werden wir sagen: A Star wars! (21 Punkte) Sie beschloss eine Runde voller Höhepunkte, nach der die Pause ruhig etwas länger dauern durfte.

Im Finale machten sich die vier bestbewerteten Poeten die Sache nochmals aus. Skinny D plädierte für das Abnormale und spielte „Körperteiltetris“ mit dem „nackten Hermann“. Emil wiederum beging ein „taktisches Foul“ und schob der österreichischen Innenpolitik eine monumentale Gurke. Bastian nahm sich dann seinen persönlichen „Clemens“ vor und kochte grüne Paprika ein, bevor Gilbert Blechschmid den Kärntner Bevölkerungsschwund mit Werbung für Fortpflanzung bekämpfte. Das Publikum stimmte per Applaus ab und verlieh dem Paprika-Studenten Bastian Vogel für seine Ehrlichkeit. Es gab Ovationen, Siegerbier und Spendensackerl für den Gewinner und uns anderen freut schon jetzt der Ausblick, dass wir schon am 28.2. wieder einen Slam in der Bäckerei erleben dürfen.