Die große Mai Slam Tirol Tour

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Das mit den Wonnen, das kann er, der Mai. Das mit den Poetry Slams aber auch. Diese Woche gibt es erstmals eine Dreitages-Tour in Tirol. Am Donnerstag, den 24. Mai wird in der Buchhandlung Wiederlesen in Imst geslammt. https://www.wiederlesen.at/

Am Freitag, dem 25. Mai dann der Bäckerei Poetry Slam und am Samstag, den 26. Mai kommen alle, die es noch schaffen ins Stromboli nach Hall http://www.stromboli.at/ und wer an allen drei Tagen mitmacht (aktiv oder zuhörend) wird auf jeden Fall mit der goldenen Slamnadel ausgezeichnet.

Der Gast Simon Tomaz könnte das sein. Er war 2016 Ö-Slam-Vize-Champ und Ö-Slam-Champ im Team mit Elias Hirschl als Somaliholztischseminar. Mit Sicherheit aber spitzen auch alle Locals auf den Tirol-Hattrick. Katrin ohne H zum Beispiel ist auf jeden Fall auch fix dabei. Markus Köhle moderiert (immer), Käthl legt auf (in der Bäckerei) und für Überraschungen und mehrmalige Poesiefeuerwerke ist gesorgt.

Wir freuen uns auf euch. Juhui m,

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Spezialtermin: Slammer.Dichter.Weiter – Innsbruck liest

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IMG_8782Poetry Slam weiter gedacht und weiter gemacht:

Bei der „Slammer.Dichter.Weiter – Innsbruck liest“-Ausgabe reagieren die zwei geladenen Slammer*innen Christine Teichmann und Stefan Abermann mit ihren Texten und Performances auf das aktuelle Innsbruck liest“-Buch „Niemand war bei den Kälbern“ von Alina Herbig und rittern damit um die Krone der/des SDW-IBK liest Championess oder -Champions 2018.

Ein ganz besonderer Slamspaß, moderiert und organisiert von Martin Fritz nach einem Konzept von Markus Köhle. Stattfinden wird das Spektakel am Montag 14.05.2018 um 20:00 in der Bäckerei und hier geht es zum Facebook-Event.

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Nächstenliebe für schlechte Menschen

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Wenn Slams einen Fußabdruck hätten, dann hätte der BPS Schuhgröße 100 und einen ordentlichen Auftritt – der April war dementsprechend wieder ein Monat der Extreme: Die Bäckerei war voll und die Liste auch: 16 SlammerInnen hatten sich eingetragen. Schweren Herzens wurde das Los bemüht, um zu entscheiden, welche 12 StarterInnen am Ende die Bühne entern durften.

Den Anfang machte Toni, der nicht nur DJ sein kann, sondern auch eine Anleitung zum Slam-Texten parat hatte: Der Inhalt war zwar completely sausage, aber die Schmeicheleien in Richtung Moderator blieben wundersamerweise im Gedächtnis hängen.

Edi Ilic wiederum zog das Kinopublikum durch den Kakao und das Stichwort Anime an Land – 13,5 Punkte. Benedikt Hoffman  berichtete mit versteinerter Miene von einem „lustigen Abend“, den auch ein Smarties-Eis nicht wirklich versüßen konnte (14,5). Ronald Weinberger schickten verdatterte Fregatten und Rindisch lernende Schafe ins Rennen, um ein Platzkonzert der besonderen Art abzuhalten – 14 aphoristische Punkte waren der Lohn.

Bastian Vogel wiederum stampfte einmal richtig auf – mit blinkenden Schuhen und Reimen, durch die der Geist von Eminem wehte – für alle, die als Kind nicht cool waren: Höchstwertung! 21 Punkte! Auch Michael Oertl ritt auf der Welle der Liebe, die nun durchs Publikum schwappte. Die „Nächstenliebe“ war ein Anliegen und wurde mit 15 Punkten belohnt.

Tom Candussi war Abend-Gast und hatte Lilli y Philip hinter sich … hihi! Strizi liest sich listig mit i ins BPS-Hirn. Die 20,5 Punktis „spritzten bissi“. Danach folgte der vielleicht denkwürdigste Auftritt des Abends: Daniel Laszlo hielt seinen Astralkörper ins Scheinwerferlicht, nur um seinen Ziegenbart auszuleuchten und den Eintritt zu sparen. Freundin Kathi bekams gedankt: 16,5 Punkte. Danach kam Gästin Nummer 2: Darling nahm uns mit ins Kopfkino und zeigte uns, welcher Film eine Höchstwertung einfährt! 21 Punkte und ein Ticket fürs Finale. Dorthin kämpfte sich auch Ania Viero, die Studenten in freier Wildbahn beobachtete. ALKOHOL, meine Freunde!, und 19,5 Punkte. Simon Marx hatte dann zwar ein kaputtes Bein, aber ein Herz für die Oma: Holzofen, Herzlichkeiten und 17,5Punkte. Den Abschluss der Vorrunde bildete dann das Team „Keine halbe Beschreibung“, das Taten setzte, um in Erinnerung zu bleiben. (Aber: Denkt bitte mal wer an die Rohnen?!) Jedenfalls: 17,5 Punkte beendeten eine lange aber abwechslungsreiche Vorrunde. Die Pause brach an, die Bar wurde geleert und die Batterien aufgeladen, damit das Finale beginnen konnte.

Ania setzte ein böses Lachen auf und ihr Schatz öffnete die Wunden – das Herz krepierte am Pflaster. „Liebe? Ende.“ Tom erfand eine neue Spielart des Lipogramms und erzählte Märchenhaft von „Aalsex“ und dem Ende eines „Transvokals“.  Darling schraubte sich in kaiserliche Höhen und beschwor den gesellschaftskritischen Geist von Elisabeth bevor Bastian mit Ehrlichkeit das Publikum auf seine Seite zog. „Ich bin kein netter Mensch“, aber das Publikum hatte ihn lieb. Bastian Vogel gewinnt den BPS im April (nur das mit dem Siegerbier müssen wir ihm noch beibringen). Die Chance auf ein Wiedersehen ist da: Der nächste BPS geht am 25.5. über die Bühne. Bis dahin: Viel Spaß im Schwimmbad!

 

 

Bäckerei Poetry Slam im April

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img_2381Am Freitag, den 27. April 2018 wird in der Bäckerei wieder geslammt – moderieren wird Stefan Abermann, als Gast-Slammende haben sich Darling und Tom Candussi angekündigt und willkommen sind wie immer alle, die mit ihren maximal fünf Minuten langen, selbst verfassten Texten teilnehmen wollen (und sich einfach dafür direkt vor Ort bis 19:30 anmelden) sowie alle, die als Publikum die Siegerin oder den Sieger des Abends kürenund Geschenke fürs Sieger*innen-Sackerl mitbringen wollen.

Noch einmal die Kenndaten in Kürze:
Fr 27.4. Bäckerei Poetry Slam
Einlass: 19 Uhr (Achtung, begrenzte Besucher*innenzahl, keine Reservierungen möglich, Kartenverkauf nur an Anwesende)
Anmeldung Slammer*innen: 19 Uhr – 19:30 Uhr
Beginn: 20 Uhr
Eintritt: 5 Euro

Facebook-Event: Hier.

Die Stabmixerhände des hungrigen Menstruations-Hulks

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Schon schön, dass an einem Karfreitag niemand zu Kreuze kriecht, aber sich dermaßen viele in die Bäckerei begeben, um dem März BPS beizuwohnen, dass wir auch diesmal bereits um dreiviertel Acht voll waren und leider viele Menschen nach Hause oder sontwohin schicken mussten. Tut uns leid, kommt bitte wieder!

Die Fastenzeit war lang und wurde wohl von einigen auch tatsächlich genutzt für einen Körperfrühjahrsputz. Nicht dass man das gerochen hätte, nur der Anfangsapplaus war schon etwas schwach. Aber das besserte sich schnell, denn Noemi mit der Nummer 1 hatte auch gleich was thematisch Passendes zu verkünden, dass es um Fasten- und Prüfungszeit ging und das Stichwort Mojito lautete, fand ich schön.

Moritz

Ines Strohmaier machte sich 3-Uhr-Nachts-Gedanken über die Generation Z und sparte dabei nicht mit genereller Gesellschaftskritik. Das Publikum mochte das und wählte Schokolade und nicht Schönheitsschlaf als Stichwort, wofür es wiederum Schokolade gab.

Stefan Abermanns Schokolade war der Leberkäs, die Egalität zum Essen, eine Speise, in der alles drinn ist, ein Text, der mehr als ein Linz Diss ist.
Thomas trat zum ersten Mal an, versprach, sich zu bessern und riet: Nutze den Tag, bevor es ist zu spat. Das Publikum fasste mit „Kellerleben“ zusammen.

Sandra

Käthl berichtete von ihrem monatlichen Uterus-Aua, von PMS-Weinerlichkeit und dem hungrigen Menstruations-Hulk. Das tat weh und traf tropfend. Das Publikum schleckte vor Ergriffenheit und zur Schmerzmilderung eine „Amazonaskröte“. Moritz wiederum war ein weiterer Neuling und hatte ein patentes Rezept gegen alles: Kratzen heilen oder doch Katzen heilen? Jedenfalls wusste er, dass das Leben nur dreierlei ist uns befahl der Hybris, die Schnauze zu halten.

Toni

Leo lieferte daraufhin sanfte Entschleunigung mit seinem der Deutschen Bahn gewidmeten Transportmittelgedicht, das in der Zeit blieb, was die bedichtete Bahn wiederum niemals schafft. Süß, wie der Duft in den Waggons, wenn die Klimaanlage nicht funktioniert.

Tim entfachte eine Zukunftsflamme, riet, den Blick über den persönlichen Tellerrand zu wagen und hat mit seinem ersten Poetry Slam Auftritt eine lupenreine Schwellenüberschreitung hingelegt.

Ines Strohmaier

Sandra überschritt auch eine Schwelle, sie zog ein Haus weiter, zu Oma und Opa, die ein sehr geräuschintensives Leben führen, diverse Altersproblemchen haben und gerne nächtens im Stechschritt holzpantoffelbeschuht durch die Wohnung schreiten. Toni wiederum fasste 30 Jahre Leben in 10 Sätze und klagte über das Älterwerden. Im Leben eine 0-Match-Tinder-Strategie auf der Bühne die Höchstwertung – auch eine Gerechtigkeit!

Noemi

Benedikt überraschte mit krassem Ende und erklärendem Epilog und ließ im Text Generationen clashen, das passte wunderbar zum Abend, an dem doch sehr viele ihr Alter thematisierten. Eine allgemeingültige Hippster-Definition lieferte er auch. Und zu guter Letzt – mit der Nummer 12 – wurde dann auch noch Sevi (35) sentimental, da ging es ums Prinzenrolle-Kekse-Teilen im Pausenhof, um vermeintliche Schamhaarrasurvorteile und um tief sitzende Papa-Komplexe, was in Summe knapp nicht fürs Finale reichte: Ines, Stefan, Sandra und Toni weiter.

Im Finale rief Ines (16) zum Handeln auf, Stefan erzählte von seinem inneren Kickl, Sandra von blönden RTL-Tussies und Toni baute mit der Ich-hatte-nur-einen-Text-dabei-und-hab-das-jetzt-schnell-in-der-Pause-geschrieben auf den Sympathiebonus. Er war der, der Zeit gewinnen musste und schließlich – gemeinsam mit Sandra – gewinnen konnte. Das heißt: Platz 3 ex aequo für Ines Strohmaier und Stefan Abermann und die Sieger_innen des Abends: Sandra & Toni.

Käthl

Es wurde brav gespendet. Irgendwer warf einen Toyota-Autoschlüssel ein, ob der Wagen gefunden wurde, weiß ich noch nicht. Es wurde gefeiert und getanzt. DJ Martin Fritz tat bis Mitternacht vorbildlichen Dienst. Dann wurde gemeinsam nicht nur das Fasten gebrochen und weiter gezogen.

Schön war’s, meint euer Papa Slam
Markus Köhle

 

Es wird vollbracht gewesen sein

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Freitag, der 30. März ist Karfreitag. Das ist schön. Da haben viele frei. Da können viele zum Bäckerei Poetry Slam kommen, um mitzumachen oder einfach zuzuhören. Alles ist wie immer, nur dass Sommerzeit ist und fast Ostern. Also ist fast alles wie immer und die Fastenzeit bald vorbei.

Es haben sich Gäste aus Oberösterreich und Vorarlberg angesagt, Käthl ist fix mit dabei, Martin Fritz ist mindestens DJ und Markus Köhle moderiert.

Anmeldungen bis 19Uhr30 direkt vor Ort. Einlass ab 19 Uhr. Eintritt: 5 Euro
Spenden fürs Slamsackerl erwünscht, ja, auch Eier!
Das BPS-Slam-Team freut sich auf euch.
Juhui
m,

Stromboli Feminist Slam

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Das ist ein Fremdgehtipp. Am Samstag, den 10. März 2018 findet im wunderbaren Stromboli in Hall wieder der Stromboli Feminist Poetry Slam statt. Mieze Medusa – die Gewinnerin des letzten BPS – wird moderieren und ihr seid alle herzlich willkommen.
Beginn ist 20 Uhr 30.
Einlass ab 20 Uhr
und der Eintritt ist frei!

Bitte überlassen Sie ihren Sitzplatz dem Slamgast, der in nötiger hat!

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IMG_8676Slam wärmt. Das wissen offenbar viele. Denn wieder einmal war die Bäckerei schon um halb 8 ausverkauft und der Februar BPS konnte sogar vor der offiziellen Beginnzeit los gehen. Schön. Aber nicht nur das Publikum war übermotiviert und zahlreich, auch 17 Anmeldungen machten den Abend zu etwas Besonderem.

Katrin ohne H opferte sich mit ihrer Rebellion, die ein schlechter Witz aber ein guter Text war freiwillig. Die Jury war geeicht, die Wortspiele konnten beginnen.IMG_8688

Noemí berichtete von schottischen Regentänzen und warf Sonnenstrahlen in den Raum. Moderator Markus warf mit Schokoeiern um sich und das Publikum forderte schon vor ab einen Extrapunkt für Startnummer 2: Eeva Aichner. IMG_8698Die hatte Baumgedanken, die sich in unsere Hirne wurzelten und dass Bäume gegen Rindenritzen sind, ist so klar wie der Singvögelweckerklang. IMG_8715Katja wiederum war um einen guten ersten Eindruck bemüht und gab sich dann ganz selbst- und textreflexiv. Das ist Martin Fritz auch meist, diesmal aber war es der Fahrgast, der es nötiger hatte, zum Inhalt zu werden. Platz für Eigenlob und Selbstkomplimente war aber schon noch. IMG_8726Emil ließ diejenigen vom Fliegen träumen, über die manfrau schon einmal einen Witz macht. IMG_8735Silke Gruber empfahl uns ihren Frauenarzt, nicht jedoch ihr on-off-Wiarschtl und es gibt wahrliche schlechtere Ohrwürmer als der Scheidenschleim schaut schön aus. IMG_8766Tim lobte kurz aber intensiv das Nichtstun, prangerte das Keine-Zeit-für-alles-Lebensgefühl an, war zum ersten Mal dabei und kommt hoffentlich wieder. IMG_8755Anja suchte das Wonach der einsamen Verbraucherinnen und Verbraucher und legte Abnutzungserscheinungen der Gesellschaft offen. IMG_8745Sésmann übte sich in extrem reduziertem Sprechen, verstand es intuitiv zu irritieren und gestand: Gemeinsamkeit, da freu ich mich schon drauf! IMG_8772Mieze Medusa schließlich führte uns Dinge vor Augen, die man nicht sehen kann und machte Lust auf Eselschweiß, Ochsengalle und Biergülle. Alle sahen, dass das gut und es Zeit für Pause war.

Gleich zwei Slam, Oida! wurden verlost, da sowohl eine gelbe als auch eine orange 42 im Raum war, was nicht nur Douglas Adams Fans sondern vor allem die Gewinnerinnen freute.

Das Final-Stichwörter-Gedicht entpuppte sich wieder einmal als veritables Lebensgedicht: Möse, Glühwein, Nudelsuppe, Tod!

IMG_8782Aber von vorne. Der Einfach-nur-leben-und-tanzen-Text von Anja inspirierte zum Stichwort Tod, Emils feministische Verirrung über Männergitis zur Nudelsuppe, Martins unausgesprochene Tanzpartnerinnenaufforderungsfrage zum Glühwein und Mieze Medusas Empowerment-so-that-happend-Demo zur Möse.

Alle hätten gern die Herzformtassen in der Dich-geb-ich-nicht-mehr-her-Schatulle gehabt, alle hätten gern das Wollschaf zum Abflammen gehabt, alle hätten gern gewonnen. 20180223_224138_2Die drei Zweitplatzierten hatten einen Griff in die Spendensackerl frei und beschieden sich mit: einem Sackerl Neocitran, einem Amicelli und einem H. C. Artmann Gedicht. Bescheiden as hell. Siegerinnenbier und alles Andere ging an Mieze Medusa.20180223_224321_2

Das gute am Februar? Er ist bald vorbei

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Es hat schon seine Richtigkeit, dass der Februar nur 28 Tage hat. Vom Winter das Üble, vom Frühling noch keine Spur, da wärmen wir uns doch lieber in der Bäckerei beim monatlichen Poetry Slam.
Der findet am Freitag, den 23. Feber statt und wir freuen uns, dass sich Mama Slam Mieze Medusa als Gästin angemeldet hat.

Martin Fritz macht DJ, Markus Köhle die Moderation und alle, die mitmachen wollen, tragen sich einfach bis 19Uhr30 in die Liste beim Eintritt ein. Alles wie fast immer also. Wir freuen uns auf euch und eventuelle Spenden (welcher Form auch immer) fürs SiegerInnensackerl.

Einlass: 19 Uhr
Eintritt: 5 €
Beginn: 20 Uhr

Ünersuppe, Schnea und Gras – das war der BPS im Jänner

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Foto (c) Carmen Sulzenbacher

Alle Fotos (c) Carmen Sulzenbacher

Alle Achtung: Kurz vor 8 Uhr abends stand fest: 8 Teilnehmende, ein die Bäckerei komplett füllendes achtsames Publikum, ein ahnungsloser, aber bestens angezogener Moderator Martin Fritz – die Zutaten für einen weiteren unendlich (∞) spaßigen Slam-Abend standen bereit.

Foto (c) Carmen SulzenbacherAlpha One war als Erster nicht unbedingt darüber glücklich, dass sein Name bei seinem ersten Antreten seine Startnummer präjudizierte und äußerte den verzweifelten Wunsch, dass die Gesellschaft sich nicht nur durch Gier und Geldmacht auszeichnet, sodass dem Knall seiner Hauptfigur der Schuss einer Hexe doch was ausmachte.

Tonis Ode an den Schnee bediente sich des sinnlosen, aber erheiternden Hasses auf die, mit denen er sich den Schnee teilen muss: die Deitschen, die einzigen also, die diesen Schaß verstehen, eine Art Kitz-Trauma-Bewältigung also.

Leo setzte seinen Vorsatz, 2018 nur mehr sinnlose und reimfreie Texte zu verfassen um mit einer Smartphone-App, mit der wie mit dem Schicksal (Suchmaschinen-Stichwort: Οἰδίπους) nicht zu spaßen ist und deren Umsetzung im Leben außerhalb der Bildschirme wohl für Katzen- wie für Hundemenschen nicht nachahmenswert ist.Foto (c) Carmen Sulzenbacher

Christopher Hütmannsberger gab eine Live-Kurzzusammenfassung der Geschehnisse rund um den Männerschutzball zu Wien und imaginierte eine Welt, in der die Boys in Blue allen gleichermaßen Einkaufstipps geben und sagte, was zwar bei einem Slam zwar nicht mutig, aber notwendig ist: Das Schlimmste, was wir gegen die Faschos machen können, ist nämlich nichts.

Sven, zum ersten Mal überhaupt bei einem Poetry Slam, hatte einen laut Eigendefinition kitschigen und emotionalen Text über eben das erste Mal vorbereitet, in dem aber die Rechnung an der Bar als Investition in die Zukunft bezeichnet wurde. Gefühle müssen sich wohl wieder lohnen. Wie dem auch sei, wir lernten: Es gibt kein zu früh und zu spät und was anderes wollen wir denn auch hören als Freund*innen der Nichtnormativität.

Daniel wartete mit einem mehrsprachigen Text auf, in dem die Einflüsterungen, wonach jemand nichts sei, hätte oder könne zurückgewiesen wurden. Und was sind schon die Drangsale von Schule oder Studium gegen den Satz: I mog dine Gedichte. Na eben, das bekanntlich ein Wort darstellende Stichwort Ikanix hat beim BPS halt nur im Perfekt seinen Platz.Foto (c) Carmen Sulzenbacher

Käthl aka die Happ Josefa berichtete, wie es am Dorf so zugeht, wo das Schlimmste nix zum Reden und kein Kuchen ist, niemand die soziale Heimatpartei braucht, sie aber alle trotzdem wählen, weil es ja nicht schaden kann. Nicht ganz begriffen hat der Nachberichtschreiber, ob die Leute nun ohne Dorf oder das Dorf ohne die Leute besser dran wäre(n), eingeprägt hat sich aber: Hände weg vom Rasenmäher und hin zur Nachbarin. Oder war’s doch umgekehrt? Ja wohl eher schon!Foto (c) Carmen Sulzenbacher

Katrin ohne H ließ sich von Chris‘ Text spontan zu einer Ballade über die Burschen und Burschinnen (oder wohl eher gegen die Ersteren) hinreißen, in der sie den Engerln dringend riet, sich ein B zu zulegen und so viel Antifaschismus brachte immer wieder Begeisterungsbekundigungen aus dem Publikum und leider muss das alles halt auch 2018 immer noch mindestens 7 Millionen mal gesagt werden.

Foto (c) Carmen SulzenbacherNach einer kurzen Pause, in der sich das Publikum in Rekordzeit erfrischt und die jeweiligen Plätze wieder eingenommen hatte, ging das Viererfinale über die Bühne. Eröffnet wurde es von Christopher, der weiter aus Wien livetickerte (wo die Straßen von Omas und Fahrradbot*innen gegen Rechts wimmelten) und dann über die Schwierigkeit und gleichzeitig Wichtigkeit to deconstruct the concept of masculinity in rhyme form gleichzeitig nachdachte und sie demonstrierte.

27500233_730123360526855_2263400647472981411_oKatrin ohne H trug ihren anderthalbten Text über den Selbstwert steigernde Begegnungen vor, die jedoch mit Vorsicht zu genießen sind wie eine Hühnersuppe ohne H oder ein Ringlspülbesitzer, denn wer sich im Waldviertel zweimal sieht, ist fix zsam, ob nun Minus und Minus Plus ergibt oder nicht.

Toni, oder wie wir wohl trotz 2 1/2 Jahren ohne Patient*innen-Kontakt bald sagen werden müssen: Doc Toni nahm eine Anamnese des BPS-Publikums vor, seine eindeutige Diagnose ergab: Es war tot, aber gesund, oder mit anderen Worten: leidlich lebend, zumindest bis auf eine Nudelsuppe essende Person.Foto (c) Carmen Sulzenbacher

Dank Höchstvoting in der Vorrunde zuletzt auf die Bühne stieg wer? Sven natürlich, der die Frage aufwarf, wer denn er wäre, wenn er der wäre, der mehr oder Meer wäre. Auch wenn unklar blieb, wem Einblick in den tieferen Sinn davon gewährt wurde, hat sich wer bewährt? Sven, der also gleich beim ersten Antreten mit dem Inhalt der beiden prall gefüllten Siegessackerln nach Hause gekehrt ist. Wir gratulieren alle aufs Allerherzlichste (siehe Abbildung)!

Foto (c) Carmen Sulzenbacher

Es blieb zu tun, was nach einem Poetry Slam halt zu tun ist: Beyoncé hören, Bier trinken und alle Busenfreund*innen werden oder bleiben. Und das werden wir auch bald wieder tun, am Freitag den 23. Feber 2018 beim nächsten BPS nämlich!

P.S.: Alle wunderbaren Fotos hier hat Carmen Sulzenbacher gemacht, und noch mehr davon gibt es hier zu bestaunen.